Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen – doch manchmal passiert nach dem Relaunch das Gegenteil: Die Besucherzahlen brechen ein, alte Links führen ins Leere und Seiten, die jahrelang gut bei Google standen, sind plötzlich verschwunden. Fast immer liegt das nicht am neuen Design, sondern an fehlender Planung. Mit dieser Website-Relaunch-Checkliste sorgen Sie dafür, dass Ihre neue Website ihre Google-Rankings behält – und im besten Fall sogar verbessert.
Stand: Oktober 2026.
Warum Rankings nach einem Relaunch verloren gehen
Google hat Ihre alte Website über Monate oder Jahre kennengelernt: welche Seiten es gibt, worum es auf ihnen geht und wie wichtig sie sind. Bei einem Relaunch ändert sich oft vieles gleichzeitig – Adressen, Texte, Struktur und Technik. Die häufigsten Ursachen für Ranking-Verluste sind:
- Geänderte URLs ohne Weiterleitung: Alte Adressen führen zu Fehlerseiten (404), und das gesammelte Vertrauen geht verloren.
- Gelöschte oder stark gekürzte Inhalte: Seiten, die gut rankten, fehlen auf der neuen Website.
- Vergessene Sperren: Die Testversion war für Google gesperrt – und die Sperre wurde beim Livegang nicht entfernt.
- Fehlende Seitentitel und Beschreibungen: Optimierte Meta-Daten wurden nicht übernommen.
- Schlechtere Ladezeit: Neue Effekte und große Bilder machen die Seite langsamer.
Die gute Nachricht: All das lässt sich mit guter Vorbereitung vermeiden.

Phase 1: Vor dem Relaunch – Bestandsaufnahme
1. Alle bestehenden URLs erfassen
Erstellen Sie eine vollständige Liste aller Seiten Ihrer aktuellen Website. Quellen dafür sind die XML-Sitemap, die Google Search Console und ein Crawling-Tool, das Ihre Website automatisch durchsucht. Vergessen Sie dabei nicht Blogartikel, PDFs und Bilder, die häufig verlinkt werden.
2. Die wichtigsten Seiten identifizieren
In der Google Search Console sehen Sie unter „Leistung“, welche Seiten die meisten Klicks und Impressionen bekommen. Exportieren Sie diese Daten. Diese Seiten sind Ihr wertvollster Bestand – sie müssen auf der neuen Website mit mindestens gleichwertigem Inhalt erhalten bleiben.
3. Ausgangswerte festhalten
Notieren Sie Klicks, Impressionen, wichtige Rankings, Anfragen über die Website und die Ladezeit. Nur so können Sie nach dem Relaunch erkennen, ob sich etwas verschlechtert oder verbessert hat.
4. Backup erstellen
Sichern Sie die komplette alte Website inklusive Datenbank. Falls etwas schiefgeht, können Sie Inhalte oder Einstellungen jederzeit nachschlagen.
Phase 2: Während der Entwicklung
5. URL-Struktur möglichst beibehalten
Die sicherste Lösung: Wichtige Seiten behalten ihre bisherige Adresse. Wenn sich URLs ändern müssen, etwa weil die alte Struktur unübersichtlich war, planen Sie die neue Struktur bewusst und dokumentieren Sie jede Änderung.
6. Weiterleitungsplan erstellen
Ordnen Sie jeder alten URL die passende neue URL zu – und zwar thematisch passend, nicht pauschal auf die Startseite. Diese Zuordnung wird später als dauerhafte 301-Weiterleitung eingerichtet. Damit landen Besucher und Google automatisch auf der richtigen neuen Seite.
| Alte URL | Neue URL | Hinweis |
|---|---|---|
| /leistungen/webdesign.html | /webdesign-dortmund/ | Thematisch gleiche Seite |
| /news/tipps-2023/ | /blog/website-tipps/ | Inhalt aktualisiert übernommen |
| /team-alt/ | /ueber-uns/ | Seiten zusammengelegt |
| /angebot-sommer/ | /leistungen/ | Aktion beendet, nächstbeste Seite |
7. Inhalte übernehmen und verbessern
Übernehmen Sie gut rankende Texte, statt sie für ein schlankeres Design stark zu kürzen. Ein Relaunch ist aber auch eine gute Gelegenheit, veraltete Informationen zu aktualisieren und dünne Seiten auszubauen.
8. Meta-Daten und Überschriften übertragen
Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Überschriften und Alt-Texte der Bilder sollten auf der neuen Website mindestens genauso gut sein wie vorher. Auch strukturierte Daten, etwa für Ihr Unternehmen oder für FAQs, müssen wieder eingebunden werden.
9. Testversion für Google sperren
Die Entwicklungsversion sollte per Passwortschutz oder „noindex“ gesperrt sein, damit Google keine halbfertigen Seiten oder doppelten Inhalte indexiert.
Phase 3: Der Livegang
10. Sperren entfernen
Der wohl häufigste und teuerste Fehler: Die „noindex“-Einstellung aus der Testphase bleibt aktiv. Prüfen Sie direkt nach dem Livegang, ob Suchmaschinen die Website indexieren dürfen – zum Beispiel in den Leseeinstellungen von WordPress und in der robots.txt.
11. Weiterleitungen aktivieren und testen
Richten Sie alle geplanten 301-Weiterleitungen ein und testen Sie stichprobenartig, ob die alten Adressen korrekt weiterleiten. Vermeiden Sie Ketten aus mehreren hintereinander geschalteten Weiterleitungen.
12. Technik prüfen
- HTTPS ist überall aktiv, auch für Bilder und Skripte
- Die Website funktioniert auf Smartphone, Tablet und Desktop
- Kontaktformulare kommen tatsächlich an
- Interne Links zeigen auf die neuen URLs
- Impressum und Datenschutzerklärung sind vollständig und aktuell
- Tracking und Cookie-Banner funktionieren wie geplant
13. Google informieren
Reichen Sie die neue XML-Sitemap in der Google Search Console ein und lassen Sie die wichtigsten Seiten über die URL-Prüfung indexieren. Bei einem Domainwechsel nutzen Sie zusätzlich die Funktion „Adressänderung“ in der Search Console.

Phase 4: Nach dem Relaunch – beobachten und nachbessern
Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, während Google die neue Website neu bewertet. Wichtig ist, Probleme früh zu erkennen:
- 404-Fehler beobachten: Die Search Console zeigt, welche Adressen nicht gefunden werden. Fehlende Weiterleitungen sofort nachtragen.
- Klicks und Impressionen vergleichen: Vergleichen Sie die Werte mit den vorher notierten Ausgangswerten.
- Ladezeit messen: Prüfen Sie die neue Seite mit PageSpeed Insights. Tipps dazu finden Sie in unserem Beitrag Website schneller machen.
- Google-Unternehmensprofil aktualisieren: Stimmen Website-Link, Öffnungszeiten und Leistungen noch?
Bleiben deutliche Verluste nach einigen Wochen bestehen, lohnt sich eine genaue Analyse der betroffenen Seiten. Wie Google Ihre Website grundsätzlich bewertet, erklären wir im Leitfaden SEO für kleine Unternehmen.
Die Checkliste auf einen Blick
- Alle alten URLs erfasst und die wichtigsten Seiten markiert
- Ausgangswerte aus der Search Console gespeichert
- Vollständiges Backup der alten Website erstellt
- Weiterleitungsplan alte URL → neue URL fertig
- Gut rankende Inhalte übernommen und aktualisiert
- Seitentitel, Beschreibungen, Alt-Texte und strukturierte Daten übertragen
- Testversion während der Entwicklung gesperrt
- Nach dem Livegang: Sperre entfernt, Weiterleitungen getestet
- Sitemap in der Search Console eingereicht
- 404-Fehler und Rankings in den ersten Wochen beobachtet
Häufige Fragen
Verliere ich bei einem Relaunch automatisch Rankings?
Nein. Kurzfristige Schwankungen sind normal, aber mit sauberen Weiterleitungen, übernommenen Inhalten und guter Technik bleiben die Rankings in der Regel stabil oder verbessern sich sogar.
Wie lange dauert es, bis sich die Rankings nach einem Relaunch stabilisieren?
Meist zeigt sich nach einigen Wochen, wie Google die neue Website bewertet. Bei größeren Änderungen an Struktur oder Domain kann es auch länger dauern.
Muss ich jede alte Seite weiterleiten?
Alle Seiten, die Besucher, Rankings oder Links von anderen Websites haben, sollten weitergeleitet werden. Seiten ohne passendes Gegenstück leiten Sie auf die thematisch nächstliegende Seite weiter.
Wann lohnt sich ein Relaunch überhaupt?
Typische Gründe sind ein veraltetes Design, eine Website, die auf dem Smartphone schlecht funktioniert, langsame Ladezeiten oder ein System, das sich nicht mehr pflegen lässt. Was eine neue Website kostet, erfahren Sie im Ratgeber Was kostet eine Website?.
Relaunch ohne Ranking-Verlust – mit GlanzenWeb
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